Neuigkeiten

NEUIGKEITEN / BLOG

Seit dem 5. März 2009 ist meine Web-Seite im Internet präsent.

Diese Bekanntmachungen, die in chronologischer Folge zeigen, welche Titel neu ins Netz gestellt werden, haben die Aufgabe, interessierten LeserInnen einfüh-rende Hinweise zu geben, wobei die Rubrik, unter welcher die entsprechenden Texte zu finden sind, jeweilen dabeisteht.

Alle Eintragungen zu Neuerscheinungen vor 2013 habe ich gelöscht, ebenso jene philosophischen und historischen Essays, die in meine Spirituelle Philosophie eingeflossen sind.

Seit 2016 schreibe ich auch über Themen, die mich gerade beschäftigen. Das ist sozusagen mein Blog.

Ein neues Buch von Hubert M. Spoerri

15. September 2020

Soeben ist ein neues Buch von Hubert M. Spoerri unter dem Titel WEGE INS OFFENE im Hierophant-Verlag, Ludwigshafen, erschienen.

Es handelt sich um die folgenden 6 Erzählungen:

  • Nachhilfeunterricht
  • Brisante Erfinding
  • Ein interessanter Arbeitsplatz
  • Bildexistenzen
  • Amors Attacke
  • Spurloses Verschwinden

Nähere Informationen auf der Web-Seite  www.spoerri-texte.de  unter der Rubrik "Belletristik / Erzählungen".

Wer profitiert von der Globalisierung?

29. August 2020

Die Corona-Krise scheint den Globalisierern Schwierigkeiten zu bereiten, weil ja nur die Nationalstaaten der Bevölkerung konkret helfen können. Die Nationalstaaten tragen ja auch die ganzen Soziallasten ihrer jeweiligen Bevölkerung. - Nun ist es aber so, dass von den Mainstream-Medien die Nationalstaaten dauernd dem Verdacht des Nationalismus ausgesetzt sind, und alles, was nur irgendwie nach Nationalismus oder echter nationaler Souveränität riecht, wird systematisch verteufelt.

Wer hat ein Interesse daran, die Souveränität der Nationalstaaten - denn das ist faktisch mit Nationalismus gemeint - zu untergraben? - Diese Frage beantwortet sich leicht, wenn wir bedenken, welche Mächte die Geschicke der Bevölkerungen der einzelnen Staaten verwalten und lenken. Es kommen nur zwei Mächte in Frage: erstens das kapitalistische globale Banken- und Finanzsystem sowie die mit demselben eng verquickten multinationalen Konzerne, zweitens die Nationalstaaten.

Die maßgeblichen Gremien des kapitalistischen globalen Banken- und Finanz-systems sowie der mit demselben eng verfilzten multinationalen Konzerne treffen ihre Entscheidungen ohne demokratische Kontrolle hinter verschlossenen Türen. Sie stehen außerhalb der demokratischen Prozesse und sind bestrebt, die Nationalstaaten mit Hilfe internationaler Abkommen und Menschenrechtsheuchelei in Bezug auf alle grundlegenden Weichenstellungen zu fesseln und somit handlungsunfähig zu machen. - Nur im Rahmen der Nationalstaaten gibt es de jure Demokratie, können die Bürger via Wahlen auf die Politik Einfluss nehmen. Daraus folgt der zwingende Schluss, dass nur souveräne Nationalstaaten die Interessen ihrer Bevölkerung schützen können. Die stimmberechtigte Bevölkerung Deutschlands verfügt also nur via Wahlen über das Mittel, ihre eigenen Interessen - nicht die Interessen anderer Staaten oder gar der Welt! - durchzusetzen.

Und das gilt für alle Staaten der Welt, sofern sie demokratisch sind. Zuerst müssen sie auf das eigene Wohl bedacht sein. Das ist - entgegen der Meinung fanatischer One-World-Ideologen - absolut berechtigt, beinhaltet aber keineswegs Feindschaft gegenüber anderen Staaten. Auf dieser Basis können die Staaten freundschaftliche Abkommen untereinander schließen, ohne die jeweilige nationale Souveränität anzutasten, oder sich zu überstaatlichen Organisa-tionsformen verbinden, ohne ihre Souveränität preiszugeben.

Die nationale Souveränität der einzelnen Staaten ist allerdings durch die in der Politik wirkenden Agenten der Globalisierer bereits schwer beschädigt. Ändern lässt sich daran nur etwas, wenn nicht der finanzielle Profit, sondern die nationale Zufriedenheit als Leitwert des Handelns gilt. - Leider ist die gegenwärtige Struktur der EU vorrangig das Werk der Globalisierer, und nicht ein Europa souveräner Vaterländer, wie es ursprünglich von Adenauer und de Gaulle angestrebt wurde.

Allerdings gilt es zu bedenken, dass die Globalisierung als eine Bewegung, die zunächst von den Kolonialmächten ausging, eine Eigendynamik besitzt, gegen die sich Nationalstaaten nur bedingt abgrenzen können. Wie Cornelia Koppetsch (Die Gesellschaft des Zorns - Rechtspopulismus im globalen Zeitalter, Bielfeld 2019, transcript Verlag) kenntnisreich ausführt, sehen sich viele Regierungen "zunehmend weniger in der Lage, die Fährnisse der Globalisierung im Binnenraum des Nationalstaates wirkungsvoll zu steuern und in einer Welt transnationaler Unternehmen, rupranationaler Militärbündnisse und globaler Kommunikations-ströme staatliche Kontrollfunktionen wahrzunehmen. ... Globale Migrations-flüsse gehorchen Regeln, die durch einzelne Nationalstaaten kaum zu beeinflussen sind. Dabei ist an erster Stelle die Nachfrage nach billigen Arbeitskräften zu nennen. ... Charakteristisch ist ... die Ausweitung sowohl der oberen wie auch der unteren Ränder der Erwerbshierarchien. In den großen Städten kommt es zur Ausweitung nicht nur der hochqualifizierten, sondern auch der einfachen Dienstleistungsberufe, die häufig von Migranten ausgeübt werden. Der zukünftige Bedarf an Haushalts- und Pflegekräften kann mit autochthonen Beschäftigten allein nicht gedeckt werden. Darüber hinaus hat auch der wachsende Bedarf an körperlich anstrengender und gering bezahlter Saisonarbeit in der Ernte und im Bauwesen zu einer anhaltenten Nachfrage an migrantischen Arbeitnehmern beigetragen." (S. 72-73)

Nach statistischen Betrachtungen der die Globalisierung begünstigenden demografischen Entwicklung in reichen Ländern wie der BRD fasst die Autorin das Ganze kurz zusammen: "Wenn man genau hinsieht, dann dreht sich der ganze Migrationsfluss um die Arbeit und den Arbeitsmarkt: Reiche Länder mit einem großen Bedarf an Arbeitskräften ziehen Migranten aus bevölkerungsreichen, ärmeren Ländern an." (S. 74)

Dadurch verschiebt sich die herkömmliche Konfliktlinie zwischen der sozia-listischen Vertretung der Arbeiter und Geringverdiener einerseits und der nationalen kapitalistischen Bourgeoisie anderseits. Die neue Konfliktlinie verläuft zwischen den nicht nur ökonomischen, sondern auch weltanschaulichen Gewinnern und Verlierern der Globalisierung, wobei die Gewinner vor allem in den etablierten Parteien sitzen und die Verlierer zunehmend vom Rechtspopulismus eingefangen werden.

Es wäre auf der Grundlage des Kapitalismus wenig sinnvoll, gegen Koppetschs Ausführungen opponieren zu wollen. Im Rahmen des globalen Kapitalismus verhält es sich genau so, wie diese Professorin der Soziologie beschreibt. Es gilt zu durchschauen, dass der Kapitalismus nur durch permanentes Wachstum überleben kann. (Das habe ich an anderer Stelle begründet.) Wir brauchen nicht weniger Kapitalismus, wir müssen vielmehr den Kapitalismus bis in seine Wurzeln beseitigen, nämlich bis in das kapitalistische Wirtschaftsrecht, d.h. bis in den perversen Umgang mit Geld sowie mit Grund und Boden und bis in den falschen Eigentumsbegriff. Und wir müssen die materialistische Lebensein-stellung überwinden, denn die Wirtschaft und der Staat haben nur die Aufgabe, die Grundlagen und die Rahmenbedingungen für die freie Entwicklung der Individuen, ihrer Spiritualität und Kreativität und somit der Kultur bereitzustellen. Nur wenn das Bewusstsein der Menschen sich grundlegend ändert, werden sich auch die globalen gesellschaftlichen Verhältnisse ändern.

Die Magie der Gedanken

27. Juli 2020

Jeder Mensch ist, sobald ihm die Macht der Gedanken bewusst wird, ein Magier, der die Gedanken, die er bis ins Physische verwirklichen will, für sich arbeiten lassen kann. Er braucht nur zu wissen, wie man dabei vorzugehen hat. Das zu lehren, ist die Aufgabe des Mentaltrainings.

Sobald wir die Macht der Gedanken entdecken, ist es uns ein selbstverständ-liches Bedürfnis, sie zu verehren, zu lieben und ihnen dankbar zu sein.

Jeder im Sinne des Mentaltrainings klar formulierte Gedanke ist eine Ur-schöpfung im Kleinen. So, wie aus ihm eine physische Tatsache verwirklicht wird, ist aus der Urschöpfung im Großen das ganze Universum entstanden.

Eine verfehlte Debatte

17. Juni 2020

Die Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling hat mit der Bemerkung, eine Frau definiere sich durch die Menstruation, eine heftige Debatte ausgelöst. Es ist eine biologische Tatsache, dass nur eine Frau im Rahmen des Zyklus von Eisprung und Menstruation Kinder bekommen kann und eben durch diese natürliche Fähigkeit eine Frau ist. Ebenso kann nur ein samenproduzierender Mann Kinder zeugen und ist kraft dieser natürlichen Fähigkeit ein Mann.

Die Transsexuellen machen nun geltend, dass ein Mensch, der biologisch eine Frau ist, sich für eine Existenz als Mann entscheiden könne und dürfe, und umgekehrt. Warum nicht? Viele Frauen spielen ja heute - besonders im Beruf - eine Rolle, die früher Männern vorbehalten war, und verzichten auf das Kinderbekommen, weil es ihre Karriere behindern würde. Das ist patriarchal umfunktionierter Feminismus, wie die US-Feministin Jessa Crispin klar und nüchtern festgestellt hat.

Warum ist die Debatte um Transsexualität verfehlt? Sie ist eben eine Folge des materialistischen Menschenbildes, welche das Menschsein auf das rein Körperliche beschränkt. - Viel fruchtbarer ist es, wenn wir zwischen der übersexuellen menschlichen und der sexuellen biologischen Ebene (die wir mit den Tieren gemeinsam haben) unterscheiden. Jeder Mensch ist kraft seines selbsttätigen denkenden Bewusstseins in erster Linie ein übersexuelles, vernunftbegabtes Wesen mit geistig-seelischer Dimension. Und dieses Wesen ist in zweiter Linie einem Körper zugeordnet, der biologisch entweder eine Frau mit Eisprung und Menstruation oder ein Mann mit Samenabgabe beim Sex ist. - Wenn nun ein menschliches Wesen die ihm durch den Körper zugeordnete Frauenrolle oder Männerrolle nicht spielen will, befindet es sich in einer schwierigen Lage. Es kann sich durch sexuelle Enthaltsamkeit der jeweiligen Rolle ein Stück weit entziehen. Es kann auch operative Eingriffe machen lassen. Das sei niemandem verwehrt. - Viel weiser wäre es allerdings, den ihm zugeordneten Körper als Schicksal zu bejahen und das beste daraus zu machen.

Wenn ich im Bewusstsein lebe, dass ich nicht mein Körper bin, obwohl ich einen Körper habe, dann weiß ich, dass mein Menschsein seine Erfüllung nicht im Körper finden kann, sondern nur im freien Bewusstsein meiner geistigen Universalität und in den Werken, die ich hervorzubringen vermag; und beides ist überkörperlicher Natur. - Die KünstlerInnen zum Beispiel bringen bedeutende Werke hervor, die ihre Körper überdauern und in die allgemeine Kultur eingehen. Sie leben auf überkörperliche Weise in den Mitmenschen fort. - Ich stelle klipp und klar fest: Transsexualität kann kein Lebensziel sein, weil sie unfähig ist, das bloß Körperliche zu transzendieren.

Das angemessene Verhältnis zum eigenen Körper

27. Mai 2020

Jede philosophische Anthropologie mit spiritueller Dimension muss sich der Frage stellen, welches Verhältnis das ewige Ich-Bin-Wesen des Menschen zu seinem Körper haben soll.

Selbstverständlich könnte ich dieses Verhältnis in aller Breite entwickeln. Hier geht es indes nur um eine prägnante, griffige Kurzfassung: Ich betrachte meinen Körper als mein Haustier, als meinen Hund. Es gilt, zu ihm ein so distanziertes Verhältnis zu gewinnen wie zu einem wirklichen Hund, auf den man nicht verzichten kann, von dem man sich jedoch unter keinen Umständen beherrschen lassen will. Wichtig ist mir, dass ich ihn gut erziehe, dass er mir gehorcht und dient. Wichtig ist mir aber ebenso, dass ich lieb zu ihm bin und ihm alles gebe, wessen er bedarf. So kann ich mit ihm in Frieden leben und bin frei für meine eigentlichen Ziele und Bestrebungen.

Und wessen bedarf mein Hund? Das habe ich längst als Konzept der animalischen Dreifaltigkeit beschrieben. Er (nicht Ich als Ich-Bin) muss sich ernähren, um nicht zugrundezugehen. Und er (nicht Ich als Ich-Bin) will sich zu gegebener Zeit sexuell betätigen, was allerdings zu seinem Überleben nicht erforderlich ist. Ferner will er (nicht Ich als Ich-Bin) Schutz und Sicherheit und ein geeignetes Ambiente haben, um seine Triebe zu leben.

Es gehört zur Lebenskunst, lieb zu seinem Hund zu sein und ihm zu geben, wessen er bedarf. Dann kann ich mich zum Beispiel bequem in meinem Ohrensessel niederlassen, um ein interessantes Buch zu lesen, während mein Hund bei mir liegt, den Kopf flach auf meine Füße gelegt, und mich treuherzig anblickt.

Was vermag ich schon als Einzelne(r)?

16. Mai 2020

Die alte resignative Frage: "Was vermag ich schon als Einzelne(r) zu bewirken?" - erweist sich bei genauerer Betrachtung als kurzsichtig. Die Gesellschaft besteht aus einzelnen Menschen, und alles, was wir an Zivilisation und Kultur hervorgebracht haben, ging stets von Einzelnen aus. Inspiration, Kreativität und Initiative sind an die einzelmenschliche Existenz gebrunden und können nur von ihr aus in die Gesellschaft hineinwirken. Die Frage ist freilich, ob die Stimme der Einzelnen von den Mitmenschen gehört und für wegweisend gehalten wird. Darüber entscheidet die geschichtliche Situation. Dennoch gilt: Alles, was an Menschenwerk entstanden ist, geht auf Einzelne zurück, auf die man gehört und deren Anregungen und Anstöße man aufgegriffen hat. - Auf der anderen Seite haben sich die Einzelnen von anderen Einzelnen anregen lassen. Aber was sie davon für wichtig und lebenswert halten, ist allein ihre Entscheidung.

Also bitte keine Resignation. Wenn der/die Einzelne wirkt, wie es ihm/ihr entspricht, ist es gut, egal, ob er/sie damit Erfolg hat oder nicht.

Pandemien und Epidemien aus spiritueller Sicht

28. April 2020

Diese kurze Betrachtung ist unter "Philosophie und Kunst / Philosophie und Spiritualität" auf dieser Web-Seite zu finden. Sie greift auf die große Pest um 1350 zurück und geht von da aus zur Betrachtung der Corona-Pandemie über.

Evolution aus spiritueller Sicht

12. April 2020

Die heute herrschende materialistische Evolutionstheorie im Sinne Darwins und seiner Nachfolger ist aus spiritueller Sicht ein Irrtum, obwohl der Grundgedanke für ein ausschließlich der sinnlich-physischen Empirie verpflichtetes Bewusstsein plausibel erscheint. - Doch schon für dieses Bewusstsein ergeben sich unlösbare Schwierigkeiten. So steht es eindeutig fest, dass Tiere sich nicht über die Grenze ihrer Art hinaus fortpflanzen können. Katzenartige unter sich, zum Beispiel Löwen mit Tigern, können sich fortpflanzen, aber nicht Katzenartige mit Hundeartigen. Also kann es keine Evolutionsreihe den Arten entlang geben. An dieser und anderer Stelle bemüht materialistische Sicht das unwissenschaftlichste Prinzip, das es gibt: den Zufall, der durch emporführende Mutationen ihre Theorie bestätigen soll. Mutationen sind aber in der Regel defizient, zum Beispiel die Auswirkungen der Atombombentests im Pazifik. Menschlich-technisches Eingreifen in die Natur und ins Erbgut hat problematische Folgen und ist völlig ungeeignet, um die Entwicklung der Lebewesen in der Vergangenheit, als es noch keine menschliche Technik gab, verständlich zu machen.

Warum kann die materialistische Sicht die Evolution nicht erklären? Einfach gesagt, liegt es daran, dass die moderne Naturwissenschaft, insbesondere der Darwinismus mit seinen fossilen Funden, immer nur von Ergebnissen des Evolutionsprozesses ausgeht, nie aber an die Ursachen desselben herankommt. - Das führt uns zur Frage, welcher Seinsbereich überhaupt als Ursache in Frage kommt. Die spirituelle Philosophie gibt darauf eine bündige Antwort: Einzig und allein die unendliche Ewigkeit mit ihren Ich-Bin-Wesen, den Ewigen Individuen, kann Ursache von Schöpfungen sein.

Das ganze Universum mit all seinen Galaxien, Sonnen, Planeten und anderen Erscheinungen ist von Ewigen Individuen hervorgebracht. Wir müssen uns die Schöpfung als ein großes Experiment vorstellen. Dabei gehen die gewaltigsten Hierarchen nicht anders vor als wir Menschen, wenn wir Werke schaffen wollen. Zuerst gibt es einen Plan. Auf der Ebene der Gedanken, der Urschöpfung, wird alles konzipiert, was zu diesem Universum gehören soll. Das Weitere ist Verendlichung und damit Materialisierung der Gedanken durch die Ebenen hindurch bis ins Physische. - So ist auch die Evolution der Lebewesen auf Erden von den Einzellern über die Pflanzen bis zu den unterschiedlichen Reichen der Tiere und bis zu der von den höchstentwickelten Tieren abgeleiteten Form unserer menschlichen Körper zu verstehen. Die Evolution wurde so eingerichtet, dass sie, einmal vorhanden, via Fortpflanzung auf der physischen Ebene Eigendynamik zu entwickeln vermag, wobei in den Werdevorgang und in den Lebensprozess der einzelnen Lebensformen fortwährend weiterhin die spirituelle Sphäre hineinwirkt.

Die ganze physisch wahrnehmbare Natur ist nur die Maske, die Erscheinungsform für das Wirken überphysischer - philosophisch gesprochen metaphysischer - Wesen von den untergeordneten Naturgeistern bis zu den vielen Stufen von Hierarchen. Diese spirituellen Wesen sind das Agens der Natur, sie bewirken alle Vorgänge im Großen des Universums wie auch im Kleinen der Lebewesen auf der Erde, so die unbeschreiblich komplexen Prozesse innerhalb des menschlichen Leibes, damit derselbe als Inkarnationsform für menschliche Individuen geeignet ist.

Hat die Evolution ein Ziel? Ein relatives, ja. Es soll eben das erreicht und durchgespielt werden, was die Geister sich vorgenommen haben, um bestimmte Erfahrungen machen zu können, die es in der reinen Ewigkeit nicht gibt. Der irdische Evolutionsprozess ist ebenso wie der kosmische ein Experiment, in dessen Verlauf die Schöpferwesen im Rahmen einer komplexen Vernetzung immer höhere Formen von Lebewesen schaffen, bis es ihnen mit dem Menschen gelingt, eine Existenzform hervorzubringen, die Träger eines selbstbewussten denkenden Wesens ist, dem es grundsätzlich möglich ist, seinen ewigen Ursprung im Rahmen des Inkarniertseins zu entdecken und seinen Bewusstseinsfokus zum Ewigen hin zu erweitern. - Und genau dieses Anliegen wird derzeit noch durch das selbstverges-sene Bewusstsein des darwinistischen Materialismus verbaut. Doch der ans bloß Physische gefesselte Verstand kann, wenn er sich auf das Wesen seines eigenen denkenden Tuns besinnt, die Illusion, in der er zunächst gefangen ist, auflösen und im Ewigen nach und nach erwachen. Nach Auffassung der spirituellen Philoso-phie geht es in der gegenwärtigen Geschichtsepoche genau darum.

Die ewigen Ich-Bin-Wesen selbst brauchen kein Ziel zu erreichen, denn sie als ewige, zeitenthobene Individuen sind in jeder Hinsicht vollkommen und vollendet. Die endlichen, vergänglichen und daher notwendig unvollkommenen Schöpfungen sind ihr Spiel, sie vermögen ihrer Vollkommenheit nichts hinzuzufügen. Aber die vergänglichen Erfahrungen, die in den Reichen der endlichen Schöpfungen gemacht werden können, gibt es in der reinen Ewigkeit nichtweshalb sie für die Ewigen Individuen immer wieder interessant sind. Nur auf diese Weise können die Ewigen Individuen in endlicher Form Aspekte des Ewigen erleben, und weil das Ewige unerschöpflich ist, wird es in alle Ewigkeit endliche Schöpfungen geben, denn diese in ihrer Unvollkommenheit gehören zur Vollkommenheit der unendlichen Ewigkeit dazu.

Selbstbesinnung in Corona-Virus-Zeiten

25. März 2020

Der menschliche Körper mit all seinen ihn ausmachenden Entitäten und Vorgängen ist ein Universum für sich. Eine ungeheure Intelligenz ist in ihn investiert. Es ist aber nicht unsere individuelle kulturschaffende Intelligenz, die wir der Sinneswahrnehmung, dem Denken, der Achtsamkeit, dem Meditieren und der Intuition verdanken, sondern die Intelligenz der Natur, genauer: die der gewaltigen Schöpfergötter, welche die Natur als Schauplatz unserer Verkörperungen hervorgebracht haben, laufend weiterentwickeln und unterhalten.

Wir können, wie es heutige Naturwissenschaft mit rein äußerer Beobachtung tut, das Universum unseres Körpers erkunden. Dabei sind Mikroorganismen wie Bakterien und Viren entdeckt worden. Würde uns diese eigene Mikrowelt unmittelbar bewusst (nicht durch die Vermittlung äußerer Beobachtung), dann kämen wir zu nichts anderem mehr und würden darüber die Welt und unser Innensein verpassen. Niemand erlebt beim Denken sein eigenes Gehirn, niemand beim Verdauen die Vorgänge im eigenen Darm, niemand beim eigenen Atmen jenen chemisch beschreibbaren Stoffwechsel im Austausch zwischen Blut und Atmosphäre, niemand beim Bewegen des eigenen Körpers jene tausende von Funktionen, die nötig sind, damit der Knochen-Muskel-Apparat unserer individuellen Absicht gehorcht. - Offenbar ist das von der Schöpfung auch gar nicht gewollt!

Wir sind als individuelle Ich-Bin-Wesen im Körper zu Gast wie in einem komplizierten Haus, das eigens für unsere Bedürfnisse gebaut wurde. Die Gesundheit des Körpers hängt davon ab, wie wir als geistige Wesen mit ihm umgehen. Ob wir für eine Infektion anfällig sind oder nicht, ist eine Bewusstseinsfrage. Wer in einem materialistischen Bewusstsein mit seinen hundert eingebildeten Ängsten und Abhängigkeiten lebt, schädigt seine Immunität und lässt es zu, dass sein Körper zum Schlachtfeld der eigenen Immunität mit Umwelteinflüssen wird. Wer aber im Bewusstsein seines ewigen, vom Körper unabhängigen Wesens lebt und mit Zuversicht, mit Positivität sein irdisches Dasein entfaltet, der wird sich zwar immer noch an äußere Hygienevorschriften halten. Warum auch nicht? Er weiß aber, dass dieses Bewusstsein die wahre Quelle seiner Immunität ist.

Ich gebe dazu eine Formel an, welche die simple Alternative zwischen "Angst haben" oder "angstfrei sein" vermeidet, sondern eine gleitende Funktion beschreibt, gemäß welcher jede(r) sich selbst einzuschätzen vermag. Die Formel lautet: Je mehr du im materialistischen Bewusstsein gefangen bist, desto mehr Angst hast du. Je mehr du jedoch im spirituellen Bewusstsein deines ewigen Wesens gründest, desto angstfreier bist du. - Die globale Ausbreitung des Corona-Virus ist eine Prüfung und zugleich eine Chance, die am materialistischen Bewusstsein rüttelt, um es für die spirituelle Dimension des Menschseins zu öffnen.

Merkwürdigerweise fällt mir in dieser zeitgeschichtlichen Situation ein Wort ein, das ich in meiner Jugend niederschrieb. Es lautet: Der Kampf hat mich nie verführt, aber der Friede, die Ruhe des Alls.

Bekenntnis

11. Februar 2020

Meinem Milieu verdanke ich, dass ich trotz meiner reich entwickelten Fantasie Realist bin. Das ist auch gut so, war ich doch stets bemüht, der Realität meiner Biografie das Märchenhafte, das Reich der Fantasiegeschichten abzugewinnen. So blieb der große schwebende Jahrmarktballon meiner Fantasien durch die bekannte Schnur mit meiner irdischen Existenz verbunden.

Wie steht es mit der liberalen Demokratie westlicher Prägung?

28. Januar 2020

Wenn wir uns vergegenwärtigen, was China in den letzten zwanzig Jahren für ungeheure wirtschaftliche und soziale Fortschritte im Inneren sowie im internationalen Handel und Investment gemacht hat, und dies unter der autoritären Führung der im Westen permanent kritisierten kommunistischen Partei und ihrer Macht über die chinesischen Medien, wogegen die westlichen Demokratien je länger desto mehr einen kläglichen Eindruck hinterlassen, drängt sich uns, obwohl es gegen unsere demokratische Überzeugung ist, die Frage auf, ob unsere Staatsform noch geeignet ist, die komplexen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse und Vorgänge unserer Welt erfolgreich zu gestalten.

Liberale Demokratie ist nur lebensfähig, wenn in der Bevölkerung des jeweiligen Landes ein Grundkonsens besteht. Verfolgen wir die Geschichte der BRD, dann zeigt sich, dass dieser Grundkonsens solange Bestand hatte, als sich unsere Demokratie gegen den autoritär regierten kommunistischen Ostblock behaupten musste. Als jedoch die Mauer fiel, die beiden deutschen Staaten vereinigt wurden und der kommunistische Ostblock sich auflöste, kam uns dieser Grundkonsens, der durch die EU und die NATO garantiert schien, je länger desto mehr abhanden. Das Parteienspektrum spaltete sich, Koalitionen wurden zunehmend schwieriger, und die tragenden Volksparteien, besonders die SPD, mussten immer größer werdende Verluste hinnehmen. Die Positionen im politischen Diskurs scheinen sich mehr und mehr zu verhärten und zur Sprachlosigkeit zu führen.

Das eben Beschriebene trifft aber nicht nur auf Deutschland zu. Die inneren Gegensätze in westlichen Demokratien haben zugenommen und zu schwindender Handlungsfähigkeit geführt, wie das Brexit-Theater in Großbritannien, die Verhältnisse in manchen EU-Staaten und auch in den USA zeigen. Die Tendenz geht offenbar in Richtung auf autoritäre Verhältnisse, wofür Ungarn und Polen Beispiele bieten.

Hinzu kommt, dass in unserer Zeit des Internets, des Smartphones, der sogenannten sozialen Medien, der Algorithmen-Aktivitäten der Internet-konzerne und der gestiegenen Manipulationsmöglichkeiten der nicht mehr durchblickenden Bevölkerung die herkömmliche Meinungsbildung, wie sie der liberalen Demokratie zugrundelag und vor allem von der Presse ausging, nicht mehr die erforderliche einheitsstiftende Kraft besitzt. - Die Folge davon ist logisch: Nur noch autoritär geführte Staaten, die rasch und wirksam auf die Herausforderungen unserer Welt reagieren können, sind der Komplexität der globalen Situation gewachsen. - Arme liberale Demokratie ...

Selbständigkeit oder Autorität

23. Januar 2020

Wenn wir die heutige Weltlage, so gut es geht, zu überblicken versuchen, zeichnet sich etwas ab, das uns Sorge bereiten kann und das uns zur Wachsamkeit aufruft. Wir sind Zeugen der schrittweisen Einschränkung unserer insbesondere seit der Aufklärung errungenen individuellen gesellschaftlichen Freiheit zugunsten anonymer und autoritärer Strukturen.

Die Herrschaft anonymer Strukturen geht von Tech-Konzernen wie Google, Mikrosoft, Apple aus und entwickelt die Tendenz, an Stelle der herkömmlichen Gesetzgebung durch Parlamente die Herrschaft von programmierbaren digitalen Codes zu setzen, wie es sehr kenntnisreich im Buch "Speichern und Strafen - Die Gesellschaft im Datengefängnis" von Adrian Lobe enthüllt und beschrieben wird (erschienen bei C.H. Beck, München 2019, ISBN 978 3 406 74179 1).

Die Herrschaft autoritärer Strukturen wie zum Beispiel in China ergibt sich dann, wenn die digitale Welt der Informatik und die mit ihr verbundenen ungeheuren technischen Möglichkeiten einem politisch autoritären Staat dienen. Ein solcher Staat kann viel schneller und entschiedener auf Herausforderungen reagieren und schlagkräftiger handeln als die mit hohen Menschenrechtsstandards und komplizierten Entscheidungsprozessen verbundene westliche liberale Demokratie. - Wer sich kompetent über Chinas gigantisches Seidenstraßenprojekt (One Belt one Road Initiative) informieren möchte, um die Bedeutung dieser Wirtschaftsmacht für die Globalisierung einschätzen zu können, dem empfehle ich das Buch "Im Sog der Seidenstraße - Chinas Weg in eine neue Weltwirtschaft" von Doris und John Naisbitt in Zusammenarbeit mit Laurence Brahm (Stuttgart 2019, Langenmüller).

Die Verbindung beider Herrschaftsarten findet derzeit in China statt, wo die Bürger via Videoüberwachung durch ein Punktesystem in Bezug auf ihr Verhalten bewertet und als Konsequenz davon bevorzugt oder bestraft werden. Es ist die perfideste Herrschaftsform der ganzen Geschichte, und sie findet offenbar bei der Mehrheit der Chinesen - aus welchen Gründen auch immer - Zustimmung. Man muss nur gehorsam und strebsam sein, dann wird man belohnt, im umgekehrten Fall bestraft. Die herkömmlichen autoritären Herrschaftsformen wirken im Vergleich damit geradezu plump. (vgl. dazu die Ausführungen von Adrian Lobe auf S. 56 ff.) - Da, wo dieses System sich durchsetzt, ist alles ausgelöscht, was den individuellen abendländischen Freiheitswillen seit den alten Griechen ausmacht. In einem solchen System werden die Menschen nur noch geboren, um nützliche Rädchen einer gigantischen Machtmaschine zu sein. - Wieweit dieser fundamentalen Gefährdung unserer Freiheit erfolgreich entgegengetreten werden kann, ist ein Prozess, in dem wir mitten drin stehen.

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