H.M.Spoerri

Lebenslauf - Hubert Max Spoerri

1941

Geboren am 6. Mai in Baden/Aargau/Schweiz als Schweizer Staatsbürger. 2008 erwarb ich infolge der veränderten Gesetzeslage zusätzlich die deutsche Staatsbürgerschaft.

1948–1953

Primarschule (1.-5. Klasse) in Wettingen/Aargau. - Ich verbrachte im Elternhaus an der Bahnhofstraße, wo meine Eltern samt meinem jüngeren Buder und mir mit den Großeltern mütterlicherseits zusammenlebten, eine unbeschwerte Kindheit zwischen dem Gebirgszug der Lägern (letzter Juraausläufer) und der Limmat mit dem Stausee. Wettingen war noch sehr ländlich und bot meinem Bedürfnis, dauernd umherzu-schweifen, reiche Möglichkeiten. Auf der anderen Seite hatte im Nachbarort Baden die Firma Brown Boveri, der größte Industriebetrieb der Schweiz, ihren Sitz und ihre Werkhallen. Die Polarität zwischen Naturnähe und damals moderner Technik, wozu der Staudamm mit seiner Stromerzeugung, die meistbefahrene Eisenbahnlinie der Schweiz mit ihren Brücken und die rasant zunehmende Motorisierung des Straßenverkehrs gehörte, bot mir zwei kontrastierende Erfahrungswelten, wie sie typisch zum modernen Leben gehören und mich entsprechend prägten.

1953-1957

Humanistisches Gymnasium Stiftsschule Einsiedeln (Internat). - Ich durfte auf eigenen Wunsch diese Schule, deren Lehrer ich überwiegend sehr schätzte, besuchen und verließ sie ebenfalls auf eigenen Wunsch, weil ich des Schulmäßigen überdrüssig war. Doch hatte ich als Latein- und Griechischschüler sowie als Sängerknabe, der vorübergehend Jazzfan wurde, wertvolle kulturelle Anregungen empfangen, die mir zugute kamen, als ich mit sechzehn eigenständig zu philosophieren und zu schreiben begann.

1957–1958

Berufswahlschule Juventus Zürich. - Ich konnte mich für keinen der angebotenen Berufe entscheiden, ging aber Freundschaften ein, die mich bis heute begleiten.

1958–1961

Verwaltungslehre in einer Anwalts- und Notariatskanzlei in Baden/Aar­gau. Obwohl ich wusste, dass Verwaltungsangestellter nicht auf die Dauer meine Bestimmung sein würde, verdanke ich dieser Berufserfahrung, dass sie mich aus meinen Träumen auf den Boden der irdischen Tatsachen holte und mir in sehr vieles, was Menschen bewegt, Einblick gewährte. - Ich las viel, schrieb Gedichte, Erzählungen, Essays, ging ins Theater und ins Konzert und verliebte mich zum erstenmal.

1961–1966

Vorbereitung auf die Matura (Abitur) zuerst im Fernkurssystem der Akademi­kerge-meinschaft Zürich bei halbtagsweiser Weiterarbeit in obigem Anwaltsbüro, ab 1965 Besuch des Tagesgymnasiums Juventus in Zürich. Abschluss des Gymnasiums mit dem Bestehen der externen Schweizerischen Matura in Basel. - Ich setzte meine schriftstellerischen Versuche fort, schrieb einen kleinen Roman und nahm mir viel Zeit nicht nur für meine Jugendfreundin, mit der ich per Auto u.a. zauberhafte Italienferien erlebte, sondern auch für mehrere Jugendfreunde. Das alles wurde durch den Umstand begünstigt, dass ich umsonst im neuen Elternhaus an der Büntstraße wohnen durfte.

1966–1973

Studium in den Fächern Allgemeine Geschichte, Deutsche Literatur ab 1700 und Philosophie an der Universität Zürich, verbunden mit fach­didaktischer Vorbereitung auf den Beruf des Gymnasiallehrers. Promotion unter Prof. Dr. Rudolf von Albertini im Sommer 1973 zum Dr. phil. mit einer Dissertation über den deutschen Religions- und Geschichtsphilosophen Ernst Troeltsch (1865-1923) unter dem Titel "ERNST TROELTSCH – Geschichtsphilo­so­phie – Kulturphilosophie – Aktuelle Stellungnahme". – Als Student erlebte ich, ohne mich aktiv zu beteiligen, die Turbulenzen der 1968er-Bewegung mit. In dieser Zeit trat ich auch aus der Katholischen Kirche aus. - In der ersten Phase des Studiums schrieb ich noch weiter Gedichte und einen zweiten Jugendroman, doch dann nahmen mich das Studium, die Erwerbsarbeit in den Ferien und das einsetzende stellvertretende Unterrichten auf Gymnasialstufe so sehr in Anspruch, dass ich das private Schreiben zunächst aufgeben musste. - 1970 Heirat mit der deutschen Schauspielerin Gisela Hessenbruch in Wettingen. Wir durften in meinem Elternhaus bis zum Umzug nach Deutschland im Juli 1973 wohnen. Durch diese Verbindung wurde meine Entwicklung außerordentlich bereichert.

1973–1987

Oberstufenlehrer (9.-13. Klasse) in den Fächern Geschichte mit Ge­meinschafts-kunde, Deutsch und Kunstgeschichte an der Goetheschule – Freien Waldorfschule in Pforzheim mit verschiedenen Funktionen wie Schulleitung bezüglich der Durchführung von Abitur- und Fach­hoch­schulreifeprüfungen. Wir wohnten in einem entzückenden kleinen Haus in Bad Liebenzell, Ortsteil Unter­len­genhardt, Nordschwarzwald. - Es waren die unbeschwertesten Jahre unserer Ehe und ein mich nicht nur pädagogisch, sondern auch durch die Selbstverwaltung der Schule sozial bereichernder Lebensabschnitt, der es ermöglichte, dass meine Frau an meiner Schule sehr erfolgreich Theaterstücke und eine Jahresarbeit in Pantomime einstudierte. Gleichzeitig schrieb sie unter meinem Lektorat ein Buch über Schauspielkunst. - Außer der fachlichen las ich auch eine reiche Palette an esoterischer Literatur. Sie regte mich an, einen Jenseitsroman zu schreiben, der aber Fragment blieb. Auch fing ich wieder an, Gedichte zu verfassen. Außerdem hielt ich ab und zu einen öffentlichen Vortrag.

1987–2006

Zum Herbst 1987 wurden meine Frau und auch ich in ihrem Gefolge an die Fachhochschule Ottersberg für Kunsttherapie und Kunst berufen, um die neu gegründete Studienrichtung Schauspiel aufzubauen. – Meine Frau erhielt als künstlerische Leiterin der Schau­spielabteilung 1989 die Professur, ist aber Ende 1990 durch Unfall aus dem Berufs­leben ausgeschieden. – Ich selbst war wissen-schaftlicher Dozent und Professor. Ich lehrte anthropologisch fokussierte Ästhetik, Kunstgeschichte und Theater­wissenschaft (letzteres bis Ende 1990) und Allgemeine Menschenkunde (ab 1991). Nach Pub­likationen in Zeitschriften erschien 2002 mein Buch "Mensch und Kunst – Kunstphilo­so­phische Anthropologie" im scaneg verlag, München. – Ende April 2006 beendete ich auf meinen Wunsch die Lehrtätigkeit und wurde emeritiert. – An der Selbst­verwaltung der Fachhochschule war ich in verschiedener Form beteiligt. Einmal übertrug man mir in einer Phase schwieriger hochschulinterner Vorgänge interimistisch das Amt des Rektors. Später war ich bis zu meiner Emeritierung Vorsitzender des Prüfungsausschusses. - Die Ära Ottersberg war beruflich meine schönste Zeit. Ich fühlte mich als Dozent in meinem Element und war immer aufs Neue von der Lebendigkeit der Studentinnen und Studenten begeistert, was nach meiner Überzeugung vom künstlerischen und therapeutischen Anteil des Studiums herrührte. - In den 1990er Jahren nahm ich, zum Teil mit meiner Frau, an zahlreichen Studienreisen in Europa, Asien und Lateinamerika teil, um meine kulturgeschichtlich weitgespannten Interessen mit entsprechenden konkreten Erfahrungen zu sättigen. - Ich hielt in Ottersberg ab und zu einen öffentlichen Vortrag und fing ab 1997 mit einem Roman an, der unter dem Titel "Ein magisches Tor zur Freiheit" im Hierophant-Verlag, Heppenheim, veröffentlicht ist.

2006 ff.

Die Emertierung gab mir den Freiraum, um meinen schriftstellerischen Neigungen zu folgen. Weitere Romane und Erzählungen wurden veröffentlicht, neue Publikationen sind im Gange und geplant.

Essays und Anderes finden sich auf meiner 2009 eingerichteten Webseite.

Siehe die Rubriken "Belletristik/Romane", "Belletristik/Erzählungen" u.a.m., ferner "Philosophie und Kunst/Anthropologische Ästhetik", "Philosophie und Kunst/Philosophie und Spiritualität" u.a.m.

2012 verkauften meine Frau und ich unser Haus in Ottersberg und zogen an den Bodensee.

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